Verschleiß und Verklebung sind potenziell stark leistungs- und/oder kostenbestimmende Faktoren, die in den vergangenen Jahren insbesondere im Spezialtief- und Tunnelbau eine immer größere Rolle spielen. Während die Bestimmung der Abrasivität und darauf aufbauend eine Abschätzung des zu erwartenden Verschleißes in der Felsmechanik mittlerweile, als einigermaßen zuverlässig geregelt anzusehen ist, gilt dies für die Bodenmechanik noch lange nicht. Insbesondere die in der VOB seit 2015 erhobene Forderung, die Abrasivität von Lockergestein mit dem (französisch für gebrochene Gesteinskörnungen genormten) LCPC-Versuch zu bestimmen, hat zu großen Unsicherheiten in der Praxis geführt, die dringend einer Klärung bedürfen. Was die Abschätzung der Verklebungsneigung bindiger Böden und veränderlich fester Gesteine und deren Beeinflussung durch unvermeidbare Abbau- und Umwandlungsprozesse betrifft, so existieren hierfür mittlerweile einige – mehr oder weniger anerkannte – Ansätze, die z.T. auf recht unterschiedlichen Eingangswerten basieren. Eindeutige Regelungen in Normen oder Empfehlungen hierzu fehlen allerdings (auch international) bislang völlig.
Das Ziel des 2019 gegründeten Arbeitskreises ist die Erarbeitung und/oder Spezifizierung und/oder Konkretisierung von praxisnahen Verfahren zur Bestimmung der Abrasivität von bzw. des Verschleißes bei Lockergesteinen sowie zur Bewertung der Verklebungsneigung bindiger Böden und/oder veränderlich fester Gesteine und eine Veröffentlichung dieser Verfahren in Empfehlungen.
Dem Arbeitskreis gehören derzeit 12 ernannte Mitglieder und 8 Gäste an. Diese verfügen über unterschiedliche Qualifikationen (Bauingenieure, Ingenieurgeologen, Geophysiker, Jurist, …) und bringen ihre fachliche Expertise aus den verschiedensten Bereichen (Forschung & Entwicklung, Consulting, Bauherren, Bauausführung, Maschinen- und Additivhersteller, Baurecht) ein. Hierdurch wird sichergestellt, dass die verschiedenen Belange der üblicherweise an einem Spezialtief- oder Tunnelbauprojekt beteiligten Parteien adäquat berücksichtigt werden.
