Radioaktive Reststoffe bedürfen einer sicheren Verwahrung über sehr lange Zeiträume. Das bisher ausschließlich verfolgte Ziel, diese Stoffe im Salzstock Gorleben endzulagern, war Teilen der Gesellschaft nicht zu vermitteln und hat zu erheblichen Protesten geführt.

Bei der mit dem Standortauswahlgesetz 2013 neu in die Wege geleiteten Standortsuche für ein Endlager soll von einer sogenannten „weißen“ Landkarte ausgegangen werden, was bedeutet, dass über Salzformationen in steiler Lagerung hinaus Salzformationen in flacher Lagerung, Tonsteinformationen sowie kristalline Hartgesteine hinsichtlich ihrer Eignung zu bewerten sind. Aus diesem Grund wurde die Standortsuche für ein Tiefenlager neu begonnen. Der Begriff „Tiefenlager“ ist als übergeordneter Begriff für die Lagerung von Abfällen in tiefen geologischen Formationen zu verstehen und umfasst außer dem Endlager auch ein Lager mit der Option der Rückholung der Abfälle.

Die Umsetzung der Tieflagerung von hoch radioaktiven Reststoffen (HAW) bisher nicht abschließend geklärt. Die Endlagerung von schwach und mittel radioaktiven Abfällen (LAW und MAW), für die es bereits geplante (Schacht Konrad) oder in der Verwahrung befindliche Anlagen (Endlager Morsleben) gibt, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Mit Endlagern für HAW gibt es weltweit keine Erfahrungen. Hinsichtlich der methodischen Ansätze sind insbesondere thermisch-mechanisch-hydraulisch (und in geringerem Umfang auch -chemisch-biologisch) gekoppelte Lösungsalgorithmen zur Beschreibung des Verhaltens des Gesamtsystems, bestehend aus dem Wirtsgestein, der Auflockerungszone, der Kontaktzone, des Versatzmaterials und der Verschlussbauwerke unter Berücksichtigung der Einwirkungen Gebirgsdruck, Fluiddrücke, chemisches und biologisches Milieu zu entwickeln. An dieser Aufgabenstellung, die nur interdisziplinär von Natur- und Ingenieurwissenschaftlern, aber auch Gesellschaftswissenschaftlern, gelöst werden kann, können Geotechniker insbesondere in den Bereichen untertägiger Hohlraumbau, geotechnische Verschlussbauwerke, Fels- und Bodenmechanik einen bedeutenden Beitrag leisten.
Der AK 3.8 befasst sich demzufolge mit der Erarbeitung von Empfehlungen zu geotechnischen, gebirgsmechanischen und -hydraulischen Themen in der Endlagerung von Wärme entwickelnden radioaktiven Abfällen.

Aufgaben & Ziele

Der Arbeitskreis hat sich in seiner ersten Empfehlung mit dem Thema „Methodische Vorgehensweise zur Bewertung der Integrität der geologischen Barriere von Wirtsgesteinen für Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle“ befasst.

Hierbei wurden die möglichen Wirtsgesteine Salzgestein, Tongestein und kristallines Hartgestein behandelt. Die redaktionellen Arbeiten sind abgeschlossen, die Empfehlung befindet sich kurz vor der Veröffentlichung.

Für die weiteren Arbeiten wurden 4 Themenfelder:

  • Bedeutung des Deckgebirges in Abhängigkeit von dem Wirtsgestein und der Lage des einschlusswirksamen Gebirgsbereiches (ewG)
  • Bewertender Vergleich von Endlagerstandorten in unterschiedlichen Wirtsgestein
  • Ungewissheiten in der geologisch/geotechnischen langfristigen Entwicklung einschl. Notwendigkeit von Untertagelaboren, Übertragbarkeit von Erkenntnissen und
  • Abdichtungssysteme für Schächte identifiziert, aber noch nicht priorisiert.
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Weitere Arbeitskreise der Fachsektion Felsmechanik

Obmann: apl. Prof. Dr-Ing. habil. U. Düsterloh
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AK 3.3Versuchstechnik Fels
Der 1976 als „Arbeitskreis 19, Versuchstechnik Fels“ gegründete Arbeitskreis
Obmann: Dipl.-Geol. (Univ.) Dr.rer.nat Ralf J. Plinninger
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