Der zukünftige Eurocode 7 (EN 1997) erlaubt gleichwertig zum deterministischen Konzept auf Basis von Teilsicherheitsbeiwerten ausdrücklich die Nutzung zuverlässigkeitsbasierter Methoden in der geotechnischen Planung und Bemessung. In Deutschland gibt es bisher jedoch nur wenig bis keine Erfahrungen in der praktischen Anwendung derartiger Verfahren.

Die oft geäußerte mangelnde Akzeptanz kann zumindest teilweise auf einen unzureichenden Wissensstand hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen solcher Methoden zurückgeführt werden. Die mit diesen verbundenen Potenzialen u. a. bei komplexen Aufgaben, bei denen die Anwendung des formalistischen Teilsicherheitskonzepts nicht anwendbar ist, bleiben somit möglicherweise ungenutzt. Dies gilt nicht nur für die Planung und Bemessung neuer Bauwerke, sondern auch für die Bewertung bestehender Bauwerke. Um den praktischen Zugang zu diesen Methoden und Verfahren in Deutschland zu ermöglichen, bedarf es praxisorientierter Anleitungen und Empfehlungen, unterstützt durch begleitende Aus- und Weiterbildungsangebote. Diese sollen durch den geplanten Arbeitskreis geschaffen werden.

Aufgaben & Ziele

Identifikation möglicher Anwendungsbereiche auf verschiedenen Ebenen der geotechnischen Planung, Bemessung und Bewertung (von der Quantifizierung der Unsicherheiten im Baugrund über die probabilistische Bemessung bis hin zur Risikobewertung).

  • Aufzeigen der Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren in der praktischen Anwendung.
  • Abbau von Vorbehalten gegenüber der Nutzung, Erschließung von Anwendungspotenzialen.
  • Entwicklung von Empfehlungen / Handlungsanweisungen.
  • Konzeption von Aus- und Weiterbildungsangeboten für Studierende, aber auch für Ingenieurinnen und Ingenieure in der Praxis.

Erfolg

  • Verbessertes Verständnis der EN 1990 und EN 1997 zugrundeliegenden Sicherheits- und Bemessungsphilosophie im deutschen Kontext als Ergänzung und nicht als „Gegenprodukt“ zur konventionellen geotechnischen Bemessung.
  • Nutzbarmachung des umfangreichen theoretischen und praktischen Erfahrungsschatzes aus anderen Ländern (u. a. NL, UK, USA, Kanada, Singapur, Hongkong, Japan) sowie aus dem ISSMGE TC 304 „Engineering Practice of Risk Assessment & Management“.
  • Erschließung neuer Aufgaben durch Anwendung neuer / aktueller Methoden, damit Verbesserung der (internationalen) Wettbewerbsfähigkeit.

Risiken

  • Ohne hinreichende Grundlagen bzw. hinreichendes Wissen resultiert die Anwendung probabilistischer Methoden möglicherweise nicht in einem Mehrwert, sondern in „zuverlässigen“ Fehlinterpretationen; der AK wird hier gegensteuern und entsprechende Empfehlungen ausarbeiten.
  • Empfehlungen bleiben zu praxisfern; dies soll durch die Beteiligung von Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen der Praxis vermieden werden.

Aktivitäten

Der AK 2.15 widmet sich vorrangig den folgenden Aufgaben:

  • Identifikation relevanter Fragestellungen und Arbeitsbereiche, Ziel- und Prioritätensetzung.
  • Arbeiten an definierten Themenbereichen und Erarbeitung entsprechender Empfehlungen.
  • Rückkopplung der Ergebnisse auf internationaler Ebene mit ISSMGE TC250 und TC 304 sowie auf europäischer Ebene mit SC7 TG C3.
  • Konzeption und Veranstaltung von Workshops / Weiterbildungsangeboten (für Universitäten und Praxis).
  • Vorträge über Aktivitäten des AKs auf Veranstaltungen wie der Baugrundtagung sowie Erarbeitung einschlägiger Publikationen.
  • Außendarstellung des AKs über einen eigenen Internet-Auftritt auf der Homepage der DGGT, mittelfristig Ausbau als Ressourcen- und Informationsplattform für Anwender.
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Weitere Arbeitskreise der Fachsektion Erd- und Grundbau

Obmann: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Moormann
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Obmann: Dipl.-Ing. Frank Feindt
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Obmann: Prof. Dr. Thomas Egloffstein
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AK 2.4Baugruben
Obmann: Univ.-Prof. Dr. Ing. Achim Hettler
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AK 2.5Küstenschutzwerke
Inhalt folgt.
Obmann: Dr. Karsten Peters
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Obmann: Dr. Lothar Maßmeier
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AK 2.7Schlitzwände
Entspricht NA005-05-13AA
Obmann: Prof. Matthias Pulsfort
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AK 2.8Stabilisierungssäulen
Der Arbeitskreis 2.8 erarbeitet Empfehlungen für Stabilisierungssäulen (StS),
Obmann: Prof. Dr.-Ing. Thomas Neidhart
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Obmann: Akad. Dir. Dr.-Ing. Jörg Gattermann
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Obmann: Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Pohl
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Obmann: Prof. Dr.-Ing. Norbert Vogt
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Obmann: Dr.-Ing. Dipl. Wirtsch.-Ing. Jörg Bauer
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