Die Anforderungen an Abdichtungssysteme mit Kunststoffdichtungsbahnen (KDB) im Tunnelbau entwickeln sich kontinuierlich weiter. Neben neuen Erkenntnissen aus Forschung und Praxis führen insbesondere die Erfahrungen aus Pilotprojekten sowie die Fortschreibung technischer Regelwerke zu einer Weiterentwicklung etablierter Planungs- und Ausführungsgrundsätze.
Ein wesentlicher Baustein dieser Entwicklung ist die planmäßige Blockhinterlegung. Sie beschreibt die gezielte Verpressung des Ringraums zwischen Ortbetoninnenschale und KDB vor dem Wiederaufspiegeln des bauzeitlich abgesenkten Bergwassers. Ziel ist vor allem die Herstellung eines ebenen Widerlagers für die KDB-Abdichtung auf der Außenseite der Innenschale. Hierdurch wird eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Abdichtungssystems erreicht.
Der Vortrag stellt zunächst das vom Arbeitskreis 5.5 „Geokunststoffe im Tunnelbau“ der DGGT erarbeitete Positionspapier zur planmäßigen Blockhinterlegung vor, das im Herbst 2026 im Taschenbuch für den Tunnelbau erscheint. Dabei werden das Wirkprinzip, die bisherigen Erfahrungen aus deutschen Pilotanwendungen sowie die wesentlichen Empfehlungen für Planung und Ausführung erläutert.
Darauf aufbauend werden die wesentlichen Neuerungen der derzeit in Fortschreibung befindlichen DB-Richtlinien 853.4101 und 853.4004 vorgestellt, welche die Grundlage für die zukünftige Umsetzung dieser Empfehlungen bilden. Neben der planmäßigen Blockhinterlegung werden weitere Entwicklungen im Bereich der Tunnelabdichtung mit KDB – wie z.B. die Wahl des Abdichtungssystems bei hohen Wasserdrücken oder die Definition von Dichtigkeitsanforderungen – aufgegriffen und hinsichtlich ihrer Bedeutung für Planung, Ausführung und Qualitätssicherung eingeordnet.
Der Vortrag gibt damit einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der technischen Regelwerke für Abdichtungssysteme im Eisenbahntunnelbau und zeigt auf, wie aktuelle Forschungsergebnisse, Praxiserfahrungen und Gremienarbeit gemeinsam in zukünftige Standards überführt werden können.


